Schlechte Nachrichten übermitteln

Medizinische Grundbegriffe und Terminologie

Das SPIKES-Protokoll und weitere Strategien für die einfühlsame Übermittlung schwieriger Diagnosen und Prognosen.

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Lernmaterial

4 Seiten

Das SPIKES-Protokoll

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Die Übermittlung#

Die Übermittlung schlechter Nachrichten gehört zu den schwierigsten und emotional belastendsten Aufgaben im ärztlichen Beruf. Ob es sich um eine Krebsdiagnose, eine lebensverändernde chronische Erkrankung oder die Mitteilung des Todes eines Angehörigen handelt — die Art und Weise, wie diese Nachrichten überbracht werden, hat einen tiefgreifenden Einfluss auf die psychische Verarbeitung durch den Patienten und seine Angehörigen.

Für ausländische Ärzte, die in Deutschland arbeiten, kommt die sprachliche und kulturelle Dimension hinzu.

SPIKES-Protokoll, entwickelt von Buckman und Baile#

Das SPIKES-Protokoll, entwickelt von Buckman und Baile, ist das international am weitesten verbreitete Modell für die Übermittlung schlechter Nachrichten. Der Name ist ein Akronym für die sechs Schritte des Gesprächs: Setting, Perception, Invitation, Knowledge, Emotions und Strategy/Summary.

Der erste Schritt#

Der erste Schritt — Setting — betrifft die Vorbereitung und den Rahmen des Gesprächs. Das Gespräch sollte in einer ruhigen, ungestörten Umgebung stattfinden, nicht auf dem Krankenhausflur oder zwischen Tür und Angel. Der Arzt sollte sich setzen, Blickkontakt herstellen und sicherstellen, dass ausreichend Zeit vorhanden ist. Das Telefon sollte stumm geschaltet, die Tür geschlossen sein.

Wenn der Patient es wünscht, sollte eine Bezugsperson dabei sein.

Der zweite Schritt#

Der zweite Schritt — Perception — dient der Einschätzung des Wissensstands und der Erwartungen des Patienten. Fragen wie „Was hat man Ihnen bisher über Ihre Erkrankung gesagt?“ oder „Was denken Sie, was die Untersuchung ergeben hat?“ helfen dem Arzt, den Ausgangspunkt für das Gespräch zu bestimmen und eventuell bestehende Missverständnisse zu erkennen.

Der dritte Schritt#

Der dritte Schritt — Invitation — fragt nach dem Informationsbedürfnis des Patienten. Nicht jeder Patient möchte alle Details wissen. Die Frage „Möchten Sie, dass ich Ihnen die Ergebnisse ausführlich erkläre, oder möchten Sie zunächst nur die wichtigsten Punkte erfahren?“ respektiert die Autonomie des Patienten und gibt ihm ein Maß an Kontrolle in einer Situation, die sich oft unkontrollierbar anfühlt.

Die regelmäßige Anwendung des SPIKES-Protokolls#

Die regelmäßige Anwendung des SPIKES-Protokolls hilft Ärzten, auch in emotional schwierigen Situationen strukturiert und professionell zu kommunizieren, ohne dabei die Empathie zu verlieren.

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