Pflegediagnosen und Pflegemaßnahmen beschreiben
Fachsprache Pflege — Grundlagen
Pflegediagnosen korrekt formulieren und Pflegemaßnahmen fachsprachlich beschreiben
Lernmaterial
4 SeitenEinführung in Pflegediagnosen — Grundlagen und Bedeutung
Pflegediagnosen#
Pflegediagnosen sind ein zentrales Instrument der professionellen Pflege. Sie beschreiben den Gesundheitszustand eines Patienten aus pflegerischer Perspektive und bilden die Grundlage für die Planung, Durchführung und Evaluation von Pflegemaßnahmen. Für ausländische Pflegefachkräfte, die in Deutschland arbeiten möchten, ist die Beherrschung der deutschen Fachsprache im Bereich Pflegediagnosen unerlässlich — sowohl für die praktische Arbeit als auch für die berufliche Anerkennung und die Fachsprachprüfung.
Eine Pflegediagnose#
Eine Pflegediagnose unterscheidet sich grundlegend von einer medizinischen Diagnose. Während die medizinische Diagnose eine Krankheit benennt (zum Beispiel 'Diabetes mellitus Typ 2' oder 'Pneumonie'), beschreibt die Pflegediagnose die Reaktion des Patienten auf seinen Gesundheitszustand und die daraus resultierenden Pflegebedürfnisse.
So könnte die Pflegediagnose bei einem Patienten mit Pneumonie lauten: 'Beeinträchtigter Gasaustausch' oder 'Ineffektives Atemverhalten'. Die Pflegediagnose fokussiert also auf das, was die Pflegefachkraft eigenverantwortlich beeinflussen und verbessern kann, und nicht auf die medizinische Behandlung der Grunderkrankung. Man unterscheidet dabei aktuelle Pflegediagnosen, Risiko-Pflegediagnosen und Pflegediagnosen der Gesundheitsförderung.
In Deutschland werden Pflegediagnosen nach vers...#
In Deutschland werden Pflegediagnosen nach verschiedenen Klassifikationssystemen formuliert. Das international bekannteste System ist die NANDA-I-Klassifikation (North American Nursing Diagnosis Association International), die regelmäßig aktualisiert wird und über 200 standardisierte Pflegediagnosen enthält. Daneben werden in deutschen Einrichtungen auch die ENP (European Nursing care Pathways) und die ICNP (International Classification for Nursing Practice) verwendet.
Unabhängig vom verwendeten System folgen Pflegediagnosen einer einheitlichen Struktur: Sie bestehen aus einem diagnostischen Konzept (was ist das Problem?), ätiologischen Faktoren (was verursacht das Problem?) und definierenden Merkmalen (woran erkennt man das Problem?). Diese drei Komponenten bilden die Grundlage für eine nachvollziehbare und überprüfbare Pflegeplanung.
PES-Struktur#
Die PES-Struktur ist das Standardformat für die Formulierung von Pflegediagnosen: P steht für das Problem (die eigentliche Pflegediagnose), E für die Ätiologie (Ursache oder beitragende Faktoren) und S für die Symptome (Zeichen und Merkmale). Ein Beispiel: 'Beeinträchtigte körperliche Mobilität (P) bedingt durch Schmerzen im rechten Kniegelenk nach Endoprothesen-Operation (E), erkennbar an der Unfähigkeit, selbstständig aufzustehen und mehr als fünf Meter zu gehen (S).' Diese strukturierte Formulierung ermöglicht eine klare Kommunikation im Pflegeteam, eine nachvollziehbare Dokumentation und eine systematische Evaluation der Pflegeergebnisse.
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